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Die Kurstadt braucht ein Theater

Arch. Martin Dülfer gewinnt die Gunst der Meraner

Um die Jahrhundertwende war der Bau eines repräsentativen Theaters für Meran nicht mehr nur eine Prestigeangelegenheit. Das provisorische „Kurhaustheater“ im Pavillon des Fleurs war den Ensembles nicht zuzumuten. Kurvorsteher Wilhelm von Pernwerth setzte sich stark für den Bau des Theaters ein. Bereits 1884 wurde ein Theaterbaukomitee gegründet, Finanzierungs- und Standortfragen mussten geklärt werden, und es vergingen noch 10 Jahre, bis ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben wurde. Man erwartete etwas Besonderes, einen Musentempel. Im April 1899 wurden im damaligen Kurhaus (Pavillon des Fleur) fünf Projekte zur Begutachtung vorgestellt. Arch. Martin Dülfer (1859-1943) erhielt den Zuschlag, musste aber noch einige Änderungen an seinen Entwürfen vornehmen. Im September 1899 kam es endlich zum Baubeginn. Dieter Klein beschrieb Martin Dülfer in seinem Buch „Martin Dülfers Stadttheater“ als eine der interessantesten und anregendsten Architektenpersönlichkeiten um die Jahrhundertwende. In nur 14 Monaten Bauzeit wurde das Stadttheater fertiggestellt und erntete internationale Anerkennung. Am 1. Dezember 1900 fand mit der Aufführung von Goethes Faust die feierliche Eröffnung statt. Karl von Maisdorff war der erste Theaterdirektor.

Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges erlebte das Theater Glanzzeiten mit engagierten Theaterdirektoren und gut besetzten Ensembles. Nach dem Zweiten Weltkrieg füllte die „Südtiroler Landesbühne“ wieder das Haus und zahlreiche Gastspiele mit hochkarätiger Besetzung begeisterten das Publikum. In den 50er Jahren lief das Kino den Theateraufführungen den Rang ab. Die hohe Verschuldung machte die notwendigen aber kostspieligen Renovierungsarbeiten am Dach unmöglich. Ein Brand versetzte dem Theater den letzten harten Schlag. Es wurde still um das Stadttheater.

1970 nahm ein beratendes Komitee die Renovierung in die Hand, doch die Arbeiten gingen nur schleppend voran. Am 28.11.1978 schließlich wird das Haus feierlich wiedereröffnet. Drinnen geladene Gäste im Galaaufzug, draußen eierwerfende Demonstranten, welche das „Luxustheater“ als sozialpolitisch nicht zeitgemäß erachteten. Das Meraner Stadttheater ist das damals einzige Gebäude Südtirols, das nur Theater ist und nur kulturellen Zwecken dienen soll ohne Mehrzwecksaal sein zu müssen. Das Architektenehepaar Lilly und Willy Gutweniger hatten maßgeblich zur Renovierung beigetragen.



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